Landeskongresse

Die Landeskongresse der Musikpädagogik Baden-Württemberg finden in zweijährigem Turnus im Wechsel mit den Bundeskongressen des BMU statt. Die mehrtägigen Landeskongresse bieten Studierenden, ReferendarInnen und Musikunterrichtenden von der KiTa bis zur Hochschule eine Vielzahl an Workshops, Kurse, Podiumsdiskussionen und Symposien sowie ein musikalisches Rahmenprogramm. Für BMU-Mitglieder gelten ermäßigte Teilnehmerbeiträge.

Mit Kreativität und Begeisterung in den Musikunterricht der Zukunft

Vielseitiges Kursangebot und hoher Zuspruch beim 18. Landeskongress der Musikpädagogik an der PH Heidelberg

ZUKUNFT.GESTALTEN – unter diesem Motto trafen sich vom 7. bis 8. November 2025 in der einladenden Atmosphäre der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ungefähr 450 Teilnehmende beim 18. Landeskongress der Musikpädagogik Baden-Württemberg. Der Kongress wird in zweijährigem Turnus vom BMU Landesverband, dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport sowie dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) Baden-Württemberg veranstaltet.

In knapp 50 verschiedenen Workshops erhielten Musiklehrende verschiedener Altersstufen und Schularten, Musikerziehende sowie Studierende interessante Impulse zur Umsetzung des vielseitigen gestalterischen Potentials, das schulischer Musikunterricht Kindern und Jugendlichen bietet. Etliche Veranstaltungen befassten sich mit dem Themenbereich „Digitalisierung und KI“ und stellten Verwendungsmöglichkeiten digitaler Tools und KI-basierter Technologien vor allem in kreativen Phasen des Musikunterrichts vor. Hierbei wurde deutlich, dass Künstliche Intelligenz bei entsprechendem Einsatz in vielfältiger Weise in der Lage ist, die Kreativität der Lernenden zu fördern, sie zusätzlich zu motivieren oder auch Lehrkräfte zu entlasten.

Einen weiteren Schwerpunkt im Kursprogramm bildete das Thema Nachhaltigkeit, das als Leitperspektive BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) auch im Bildungsplan des Landes Baden-Württembergs einen hohen Stellenwert einnimmt. In Kursen wie „Recycled Percussion“ oder „Natur.Musik“ erhielten die Interessierten vielseitige Anregungen für ein konstruktives unterrichtliches Aufgreifen diverser Themen und Herausforderungen unserer Zeit. Sowohl die Vielzahl und Unterschiedlichkeit der Angebote als auch der hohe Zuspruch der Kursbesucherinnen und Kursbesucher in diesem Themenbereich ließ deutlich werden, welches große Potential das Fach Musik im Hinblick auf eine ganzheitliche Erziehung der Kinder und Jugendlichen hin zu einem ressourcenorientierten Umgang mit ihrer Umwelt bietet. Über diese thematischen Schwerpunkte hinaus bot der Kongress wie auch in den Vorjahren reichlich Gelegenheit zum gemeinsamen Singen von Liedern und Songs aller Genres in Chorleitungs- und Stimmbildungskursen, zum Musizieren mit einem breit gefächerten Instrumentarium, dem Ausprobieren (internationaler) Tänze oder zum aktiven Musikhören. Der „Markt der Möglichkeiten“ lud zudem zum Stöbern in Material verschiedener Musikverlage und Stiftungen, der Musikvermittlung des SWR sowie weiterer im musikpädagogischen Bereich tätigen Institutionen ein. Der stets so geschätzte kollegiale Austausch unter den Kongressbesucherinnen und Kongressbesuchern kam ebenfalls nicht zu kurz, ob an den Informationsständen der Veranstalter oder im von den Studierenden gestalteten Cafébereich im Foyer.

Eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion griff den Bereich „Demokratiebildung“ auf, der mit Verabschiedung des neuen Schulgesetzes des Landes Baden-Württemberg im Januar 2025 zusätzlich gestärkt wurde. Moderiert von Nicole Dantrimont (SWR) tauschten sich Ministerialdirektor Daniel Hager-Mann (Kultusministerium), Thorsten Schmidt (Intendant Heidelberger Frühling), Udo Dahmen (Deutscher Musikrat, Popakademie Mannheim), MdL Alexander Becker (CDU, Präsident des Landesmusikrats BW), MdL Alena Fink-Trauschel (FDP) und Patrick Bach (Musiklehrer, Komponist) sowie als ehemalige Studierende der PH Heidelberg und derzeitige Referendarinnen Luisa Marie Leclipteux und Franca Michler zu den folgenden Fragen aus: „Wie kann Musik an der Schule (inkl. AG-Arbeit) effektiv zur Förderung von Demokratie und politischer Teilhabe bei jungen Menschen beitragen?“ und „Welche Rolle spielen dabei digitale Medien und Technologien?“

Deutlich wurde in den Statements aller Podiumsteilnehmenden die absolute Notwendigkeit, gerade auch angesichts der besorgniserregenden aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen, im allgemeinen Schulalltag bewusst demokratiebildende Elemente einzubauen. Die Diskutierenden waren sich einig darin, dass das Fach Musik in besonderer Weise dazu geeignet ist die demokratische Bildung der Kinder und Jugendlichen zu stärken: zum einen durch thematisch passende Unterrichtsgegenstände, zum anderen aber auch durch die gewählten Methoden und Gestaltungsprinzipien sowie die besonderen Sozialformen des Musikunterrichts. Erwähnt wurden hierzu von den Podiumsgästen beispielsweise eine verstärkte Mitsprache der Lernenden bei der Auswahl der Unterrichtsgegenstände und Konzertprogramme sowie besonders die Möglichkeit des expliziten Aufgreifens der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler und ihrer individuellen Hörgewohnheiten. Auch ein bewusst partizipatives Vorgehen beim musikalischen Arbeiten selbst, dazu Freiraum und Gelegenheiten für kreatives, projektorientiertes Arbeiten der Kinder und Jugendlichen sowie die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern ermöglichen gelebte Demokratie. Digitale Medien können hier einerseits zusätzlich motivieren und unterstützen - so beispielsweise beim Produzieren eigener Songs zum Thema Demokratiebildung und gesellschaftlichem Zusammenleben mit Hilfe digitaler Tools - andererseits bergen sie auch Gefahren, gerade im Hinblick auf Fake News und den einseitigen, übermäßigen Medienkonsum vieler Kinder und Jugendlichen. Angesprochen wurden zudem insbesondere in der Wahrnehmung der Lehrenden die oft begrenzten Ressourcen an Zeit und Material gerade für kreative Arbeitsphasen sowie der Wunsch nach möglichst viel Spielraum für lebensweltliche Themen der Schülerinnen und Schüler innerhalb des Bildungsplans, genauso wie die notwendige Offenheit aller Lehrkräfte für gestaltende, partizipative Unterrichtsformen.

Mit eingegliedert in das Kursprogramm war ein von der PH Heidelberg zusammengestelltes Symposium, in dem Forschende und Lehrende sich in 15 dreißigminütigen Beiträgen ebenfalls mit dem Thema „Zukunft.Gestalten“ beschäftigten. Auch hier wurde deutlich, dass es neue Herausforderungen wie Diversifizierung der Gesellschaft, neue Technologien, Inklusion oder Regeneration notwendig machen, grundsätzlich über die Rolle des Musikunterrichts nachzudenken, ohne dabei aber den Kern der Musik aus dem Auge zu verlieren. In diesem Kontext wurde in verschiedenen Beiträgen über notwendige Änderungen der Lehrkräftebildung diskutiert. Die Ergebnisse sollen wiederum in einer Online-Publikation offen zugänglich gemacht werden (wir werden berichten!).

Auch das reichhaltige Musikleben der PH selbst durften die Kongressbesucherinnen und Kongressbesucher genießen, beispielsweise den preisgekrönten 4x4-Frauenchor der PH unter Leitung von Heike Kiefner-Jesatko bei der Eröffnungsfeier. Hier hatte Hochschulrektorin Prof. Dr. Karin Vach bei ihrer Begrüßung bereits den hohen Stellenwert betont, den das Fach Musik sowohl in der Geschichte als auch im aktuellen Alltag der Hochschule einnimmt. Dass dies in vollem Maße zutrifft, war nicht zuletzt bei der beschwingten Stimmung auf der abendlichen Kongressparty zu spüren, den die Fachschaft Musik der PH organisiert hatte. Neben dem fachschaftseigenen Catering begeisterte insbesondere die PH-eigene Band „Benji and the Sheep“ mit ihrem abwechslungsreichen Repertoire von Jazz bis Pop und unterhielt die zahlreichen Partygäste mit groovigen Rhythmen, einer funkigen Bläsersection und mehrstimmigem Harmoniegesang.

Im Rahmen des Landeskongresses Musikpädagogik fand am Samstag, 8. November 2025, dem zweijährigen Turnus gemäß, auch die Mitgliederversammlung des BMU Baden-Württemberg statt. Hierbei wurde nach dem Tätigkeitsbericht von Präsidentin Birgit Hannig-Waag und Präsident Prof. Dr. Georg Brunner sowie dem Kassenbericht von Geschäftsführer Kilian Baur der derzeitige Landesvorstand einstimmig entlastet. Als Kassenprüfer einstimmig wiedergewählt wurden Tilman Heiland und Philipp Ratz. Die nächste Mitgliederversammlung mit einer Neuwahl des Vorstands findet im Herbst 2027 statt.

Die positive, anregende Gesamtstimmung sowohl bei der Mitgliederversammlung als auch während des Kongresses sowie der zahlenmäßig erfreulich hohe Zuspruch lassen die Veranstalter dem nächsten Landeskongress mit großer Zuversicht entgegenblicken. Und dies umso mehr, als aufgrund des jüngst geschlossenen Kooperationsvertrags zwischen dem BMU Landesverband Baden-Württemberg, dem Kultusministerium Baden-Württemberg (KM) und dem ZSL die Planung und Durchführung des Landeskongresses der Musikpädagogik auch für die Zukunft gesichert ist. Dies wurde auch in den Grußworten von hochrangigen Vertretern von BMU (Prof. Dr. Jürgen Oberschmidt, Präsident Bundesverband BMU), KM (Ministerialdirigentin und Abteilungsleiterin Dörte Conradi) und ZSL (Abteilungsleiter Michael Kilper) deutlich. Der „LaKo“ als feste musikpädagogische Größe im Musikland Baden-Württemberg unterstützt somit auch weiterhin Musiklehrkräfte dabei, Kinder und Jugendliche zum kreativen und musikalischen Gestalten ihrer Zukunft zu befähigen.

18. Landeskongress der Musikpädagogik Baden-Württemberg 2025

Dieses Jahr findet der Landeskongress am 7. und 8. November 2025 an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg statt.

Das übergeordnete Thema lautet: Zukunft. Gestalten

Weitere Informationen und Anmeldung hier.

BMU-BW 17. Landeskongress der Musikpädagogik - September 2023 Freiburg

„Erlebnis Musik“ im Südwesten – Impulse mit Strahlkraft und Mehrwert

Unterschiedliche Facetten der musikalischen Praxis sowie aktuelle Fragen und Entwicklungen innerhalb der Musikpädagogik wurden beim 17. Landeskongress der Musikpädagogik Baden-Württemberg, der gemäß dem zweijährigen Turnus Ende September in Freiburg vom BMU Baden-Württemberg, dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg sowie dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg veranstaltet wurde, in den Fokus gestellt. Die unter das Motto „Erlebnis Musik“ gestellten knapp 70 Einzelveranstaltungen boten den weit über 200 Teilnehmenden von KiTa bis Sekundarbereich II zum einen eine Fülle von musikpraktischen Anregungen für ihr eigenes Unterrichten. Zum anderen wurden in mehreren Symposien, Podien und Workshops bildungspolitische Themen diskutiert sowie aktuelle Schwerpunkte der musikalischen Arbeit vorgestellt.

So wird derzeit beispielsweise das Pilotprojekt „Musikbetonte Grundschule“ in Baden-Württemberg an vier Grundschulen mit einem erweiterten musikalischen Bildungsangebot erprobt und zertifiziert. Da ressourcenneutral gearbeitet werden muss, gilt es, in den Schulen kreative Konzepte zu erstellen, die je nach Schulstandort und Kooperationspartnern variieren.

Eine der Podiumsdiskussionen widmete sich dem stets aktuellen Thema Digitalisierung und stellte dabei insbesondere die Frage nach dem Mehrwert digitaler Medien im Musikunterricht in den Vordergrund. Einig waren sich alle Podiumsgäste mit ihrer Forderung nach einem situationsgerechten und kompetenzorientierten Einsatz digitaler Elemente im Unterricht und dem Bestreben, digitale Tools in sinnvoller Verbindung mit analogen Methoden zur Förderung von kreativem Arbeiten zu nutzen und so die SchülerInnen zu eigenen Kompositions- oder Improvisationsprozessen anzuregen.

Auf einem weiteren Podium wurde das brennende Thema Nachwuchsgewinnung in der Musikpädagogik sowie mögliche Lösungsansätze von Mitgliedern des Landtags Baden-Württemberg und ExpertInnen ­– durchaus kontrovers – diskutiert.

In den Landeskongress war außerdem auf Initiative von Prof. Dr. Georg Brunner (PH Freiburg) das Symposium „Welchen Musikunterricht braucht die Sekundarstufe I?“ integriert. In 19 Vorträgen und einem Workshop wurden wissenschaftliche und unterrichtsbezogene Themen wie beispielsweise „Populäre Musik“, „Begabungspotentiale und Motivation“, „Künstliche Intelligenz“, „Postdigitale Songwritingpraktiken“ oder „Interkultureller Musikunterricht“ diskutiert. Der Workshop „Adaptives Klassenmusizieren“ behandelte musikpraktische Umsetzungsbeispiele auf unterschiedlichen Niveaustufen. Die anschließende Reflexion in Bezug auf prozessbezogene Kompetenzen des Bildungsplans Baden-Württemberg zeigte, dass dieser ein gutes Instrument für die Diagnose und Förderung in heterogenen Lerngruppen darstellt. Als Desiderat zeigte sich, dass innerhalb der bestehenden, schulartbezogenen Lehramts(aus)bildung der Sekundarstufe I stärker auf die heterogenen Lernvoraussetzungen (z. B. Musikpräferenzen, Mediennutzung, Migrationshintergrund) dieser Altersstufe eingegangen werden muss.

Im vielseitigen Rahmenprogramm stand ebenfalls das „Erlebnis Musik“ im Vordergrund, so beispielsweise beim Kollegenabend in lockerer Atmosphäre, der musikalisch durch die hervorragende Bigband des Friedrich-Gymnasiums Freiburg umrahmt wurde und – als besonderes Highlight – durch die eindrucksvolle integrative Band „TonRaum“, eine Kooperation der PH Freiburg mit dem Arbeitskreis Behinderte an der Christuskirche (in Trägerschaft der Diakonie Freiburg) unter der Leitung von Simon Krickl und Dietmar Mende. Den Kongressabschluss bildete das Format „Classic reloaded“, einem kreativen Kooperationsangebot des SWR, das in einer coolen Lounge-Veranstaltung von SchülerInnen selbst gestaltete Videoprojektionen, Live-Acts und klassische Musik verbindet – ein beeindruckendes multimediales Klangerlebnis und ein gelungener Schlusspunkt für den Landeskongress.

 

Bild: Die TeilnehmerInnen der Podiumsdiskussion zum Thema Musikunterricht im digitalen Wandel, von links nach rechts: Dr. Rüdiger Jennert (Musikreferent am Kultusministerium BW), Tamara Flad (Gymnasiallehrerin), Tobias Rotsch (Musikhochschule Trossingen), Moderatorin Prof. Dr. Silke Schmid (PH Freiburg), Dorothee Hirstein (Lehrerbildung und Grundschule), Prof. Dr. Johannes Treß (PH Freiburg)

16. Landeskongress der Musikpädagogik Baden-Württemberg 2021 in Weingarten

Der diesjährige Landeskongress der Musikpädagogik ist von Donnerstag, 07.10.2021 bis Samstag, 09.10.2021 an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten (Oberschwaben) unter Berücksichtigung aller aktuellen Gegebenheiten geplant. Ein thematischer Schwerpunkt wird die Digitalisierung sein, die auch im Musikunterricht immer wichtiger wird. Daneben wird es aber auch - wie immer - Kursangebote von allgemeinem Interesse geben sowie Podien zu aktuellen bildungspolitischen Fragen, die den Musikunterricht betreffen.

Weitere Informationen zu den Inhalten und zur Anmeldung finden Sie unter: landeskongress.schulmusik-online.de

 

15. Landeskongress der Musikpädagogik Baden-Württemberg

27. - 28.09.2019 - Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

Der 15. Landeskongress der Musikpädagogik Baden-Württemberg fand vom 27. bis 28. September 2019 in den Räumen der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg statt. Zur Teilnahme herzlich eingeladen waren neben Pädagogen und Lehrenden insbesondere auch Studierende.

 

Download des Kongress-Berichts